Der Film Bugonia erschien Ende 2025 mit Emma Stone, Jesse Plemons und Aidan Delbis in den Hauptrollen. Unter der Regie von Yorgos Lanthimos gehört er zum Genre der Schwarzen Komödie. Zunächst lief der Film mit einer FSK-16-Freigabe in den USA, später auch weltweit.
Es lässt sich darüber spekulieren, was der Film im Kern aussagen möchte. Vielleicht ist er eine Kritik an profitgetriebenen Medizinunternehmen, vielleicht aber auch eine Warnung vor Verschwörungstheorien und der damit verbundenen Isolation.
Zu Beginn lernen wir Teddy und Don kennen. Die beiden Cousins haben außer einander kaum noch jemanden. Dons Eltern sind vor Kurzem verstorben, und er lebt nun bei Teddy. Ihre Beziehung ist eng, aber auch von starker Abhängigkeit geprägt. Obwohl Teddy Don im Verlauf der Handlung schadet, glaubt er stets, ihm und der Menschheit helfen zu müssen. Don vertraut Teddy und folgt ihm.
Im Kontrast dazu steht Michelle, die erfolgreiche CEO eines Medizinunternehmens. Sie wirkt vollkommen allein. Freundschaften oder enge Beziehungen spielen in ihrem Leben keine Rolle, stattdessen ist sie von Angestellten umgeben.
Bugonia zeigt Machtverhältnisse sehr deutlich. So wird angedeutet, dass die Firma den Fall von Teddys Mutter, die durch medizinische Tests schwer geschädigt wurde, mit Geld und leeren Versprechungen vertuscht hat. Dadurch erhält Teddy ein Motiv für seinen späteren Wahn.
Gleichzeitig erscheint Michelle trotz ihrer Rolle als Entführungsopfer oft als die rationalere Person. Teddy wirkt dagegen zunehmend irrational und traumatisiert. Für den Großteil des Films scheint klar: Seine Handlungen sind falsch und unentschuldbar.
Doch das Ende stellt diese Sichtweise infrage. Es wird enthüllt, dass Michelle tatsächlich nicht menschlich ist. Dadurch erscheinen Teddys Annahmen plötzlich nicht mehr als bloßer Wahnsinn. Seine Theorie war richtig, und viele seiner Handlungen werden vom Film zumindest teilweise gerechtfertigt.
Gerade darin liegt für mich die größte Stärke des Films: Bugonia zwingt die Zuschauerinnen und Zuschauer dazu, ihre Urteile über Wahrheit, Macht und Moral immer wieder zu hinterfragen.