Afacan Genҫlik Evi ist eine Jugendherberge, in der wir übernachtet haben. Wir bekamen Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Dort gab es Spiele, und extra Räume, wo wir Tischtennis oder Kicker spielen konnten. Die Anlage liegt direkt am Meer. Außerdem kommen dort immer viele Katzen hin, die dort gefüttert werden wollen. Eine Bibliothek gab es auch, sowie einen Fußballplatz und einen Basketballplatz. Für die Ausflüge und die Fahrten nach Izmir hat uns ein Bus abgeholt. Die Fahrt nach Izmir dauerte ungefähr eine Stunde.
Etwas was auch anders ist im Vergleich zu Deutschland sind die Schulregeln. In der Türkei dürfen die Mädchen während der Schulzeit sich nicht schminken, die dürfen keine langen Nägel haben und dürfen ihre Haare nur in natürlichen Farben färben lassen. Die Jungs dürften sich keinen Bart wachsen lassen und auch nicht die Haare in knalligen Farben färben.
Gefreut hat uns, dass wir mit der Seilbahn gefahren sind.
Olivenernte
Nach dem Ausflug nach Pergamon sind wir zur Olivenernte gefahren. Da haben wir zusammen einen ganzen Baum abgeerntet. Wir haben Oliven mit einem Kamm und mit einer Maschine abgeschüttelt. Unter dem Baum lag ein Tuch. Die Oliven fallen auf das Tuch und so kann man sie leichter einsammeln. Die Oliven sind für Olivenöl. Wenn man sie essen möchte, nimmt man größere Oliven und legt sie ungefähr acht Monate in Essig und Salz ein. Nach der Ernte sind wir in die nahegelegene Fabrik gefahren und haben uns die Olivenölproduktion angesehen.
Als wir am nächsten Tag zurück zum Flughafen gefahren sind, waren wir alle müde. Zum Glück hatten wir dieses Mal keine Probleme beim Check-In.
Die Reise wurde von der deutsch-türkischen Jugendbrücke finanziert.
Izmir liegt im Westen der Türkei, direkt an der Küste, am Ägäischen Meer. Afacan liegt an der Meeresgrenze etwas nördlich davon. Von Izmir und Afacan ist es nicht weit zur Grenze nach Griechenland. Die Grenze verläuft im Meer. Es ist eine Grenze der EU. Deshalb ist es auch eine Grenze, die viele auf ihrer Flucht überqueren wollen. Viele Flüchtlinge schaffen es nicht ins Land zu flüchten in das sie möchten. Flüchtlinge kommen zum Beispiel aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran und auch Libanon.
Wir sind am 16.11.2024 für eine Woche nach Izmir geflogen und vom Flughafen aus sind wir nach Aliağa gefahren. Beim Hinflug gab es ein Problem: Wir hatten den Check-in nicht online gemacht, und die Fluggesellschaft konnte das nicht vor Ort machen. Deshalb mussten wir sehr lange warten, zwischendurch dachten wir schon, dass wir vielleicht gar nicht fliegen können.
In Izmir haben noch vor etwas mehr als 100 Jahren Menschen aus sehr vielen verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen Religionen zusammengelebt. Das haben wir auf einer Bootsfahrt erfahren. Es gab zum Beispiel eigene Viertel von Juden, von Griechen, Armenier, von Afro-Türken. Heute gibt es im alten Teil von der Stadt Izmir noch neun Synagogen sehr nah beieinander. Auch Kirchen sind noch zu finden. Die Jüdinnen und Juden kamen aus dem Gebiet vom heutigen Spanien und Portugal. Sie haben Ladino gesprochen, eine Sprache, die ähnlich wie Spanisch ist. Die Spanier hatten die Juden damals vertrieben und das osmanische Reich hat sie aufgenommen. 1922 gab es Brände in Izmir und das hat die Vielfalt dort erstmal teils zerstört. Alle Griechen mussten die Region verlassen und auf die griechische Seite wechseln. Die Menschen in Griechenland, die türkisch gesprochen haben, wurden gezwungen, auf die türkische Seite umzusiedeln.
Historisches Pergamon
Am Ende der Reise haben wir die historische Stätte Pergamon besucht. Es ist eine antike griechisch-römische Stadt. Dort gibt es zerstörte Tempel, einen etwa für den griechischen Gott Dionysos und einen für den römischen Kaiser Trajan, da stehen noch Säulen aus Marmor. Oben auf den Säulen einer Ruine von dem Trajan-Tempel gibt es noch zwei Medusa-Köpfe. Das Theater von Pergamon ist das steilste Theater der Welt. Als sich unser Lehrer, Herr Kaiser, unten hingestellt und gesagt: Wollen wir Oliven ernten“ konnten wir ihn auch weit oben noch verstehen. Die Stadt Pergamon war früher ein besonderer Ort für die Menschen. Der Pergamon Altar stand früher hier, aber er wurde nach Berlin gebracht. Der Pergamon Altar steht in Berlin, weil der damalige Herrscher gesagt hat, dass sie es nicht haben möchten und somit konnten Archäologen aus Deutschland ihn einfach mitnehmen. Überrascht hat uns, dass die Bevölkerung ganz gute Mathe-Kenntnisse hatte, sie haben sie benutzt, um das Land zu bewässern.