Warum ist es ausgerechnet mir passiert?“ – Ein emotionaler Tag mit Semiye Şimşek

Reportage von  Asma Jafar Klasse 12 

„Warum ausgerechnet ich? Warum muss ausgerechnet mir das passieren?“, fragt sich Semiye Şimşek, als sie uns von dem Verlust ihres Vaters erzählt. Wir sitzen alle in der Aula, still und aufmerksam. Unsere Lehrer*innen haben die Lesung organisiert, damit wir die Geschichte von Semiyes Vater und die Folgen rechter Gewalt verstehen.

Die Lesung beginnt, als einige Schüler*innen auf die Bühne gehen und Semiye Şimşek begrüßen. Dann treten Semiye, ein Moderator, und die Autorin Christiane Werner auf. Christiane Werner hat zusammen mit Semiye drei Jahre an dem Buch „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ gearbeitet. Darin erzählen sie die Geschichte von Semiyes Vater, der während der NSU-Morde ermordet wurde, und die Folgen für die Familie.

Semiyes Worte sind zerbrechlich, aber stark. Sie erzählt, wie ihr Vater nach Deutschland kam, wie er ein Blumengeschäft führte und wie er ein liebevoller Vater war. Sie beschreibt den Schock, als er ermordet wurde, die jahrelange Ungerechtigkeit, die falschen Anschuldigungen der Polizei und die Rolle der Medien, die falsche Geschichten verbreiteten. Auch Gamze wird erwähnt, die eigentlich hätte teilnehmen sollen, aber nicht konnte.

Während Semiye erzählt, gehen einige Schüler*innen auf die Bühne, unterstützen sie und betonen wichtige Punkte. Sie zeigen Solidarität und heben hervor, wie rechte Gewalt Menschen verletzt, Ausgrenzung schafft und Häuser anzündet.

Am Ende dürfen wir Fragen stellen. Die Botschaft der Lesung wird klar: Wir dürfen nicht wegsehen. Wir müssen aufmerksam sein, Rassismus erkennen und uns für Solidarität einsetzen. Semiye betont, wie wichtig Erinnerungsarbeit ist, damit die Opfer nicht vergessen werden, und wie wir gemeinsam verhindern können, dass so etwas wieder passiert.

Die Lesung war ein starkes Erlebnis. Sie machte deutlich, welche Folgen rechte Gewalt für Menschen und Familien hat  und wie wichtig es ist, dass wir alle Verantwortung übernehmen, um Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft nicht zuzulassen.