Theater spontan oder lange geplant?
Habt ihr euch schon mal gefragt, wie lange es dauert, ein Theaterstück zu entwickeln? Genau das habe ich nämlich auch und so habe ich mich in einem Theater-Kurzkurs angemeldet. In der Jugendkunstschule Frix-Berg gibt es viele kostenlose Angebote für Jugendliche, darunter z. B: Töpfern, Film und Fotowerkstätten und verschiedene Kunstkurse. In dieser Auswahl habe ich dann "Occupy House Club" gefunden. Diese Open-Stage-Community findet am Tempelhofer Ufer 10 im House Club statt. Normalerweise finden dort jeden Freitag Impuls-Workshops statt, doch in diesem November wurde "Don't stop us now" von dem HAU (kurz für Hebbel am Ufer) organisiert. Dieses Projekt startete am 6.11. und lief bis zum 5. 12., an dem die Aufführung stattfand. Wir waren eine Gruppe von ca. 16 Jugendlichen und zwei Betreuern und die ersten vier Male, die wir uns donnerstags im HAU trafen, waren wir hauptsächlich mit Gruppenspielen und Vorstellungsrunden. Jeder Termin ging von 17 bis 20: 30 Uhr, deshalb haben wir immer zusammen gegessen.
Richtig angefangen, ein Stück zu entwickeln, haben wir dann erst am 29. und am 30.11. An diesem Wochenende haben wir uns samstags von 12 Uhr bis 18 Uhr und sonntags von 12 bis 15 Uhr getroffen. Das war etwas anstrengend, aber es hat wirklich Spaß gemacht, sich mit allen ein Stück auszudenken.
Die Ideen, die wir hatten, waren vielfältig. Es war ganz schön schwierig, die Stichwörter Kapitalismus, Katzenpräsidenten, Aliens und Wut zu vereinigen, aber am Ende haben wir es, denke ich, ziemlich gut hingekriegt. So haben wir in ungefähr drei Tagen ein Stück entwickelt und dieses vor einer Gruppe von ca. 50 Menschen vorgestellt. Da unser Stück eher wenig Text und mehr Performance-Anteile hatte, war die Produktionszeit wahrscheinlich kürzer als bei einem Theaterstück, in dem mehr gesprochen wird. Trotzdem denke ich, dass die Arbeit mit den richtigen Personen die Produktionszeit wesentlich verkürzen kann.
Wir waren in diesem Fall eine Gruppe von diversen Jugendlichen, die alle Lust hatten, etwas Tolles auf die Bühne zu bringen. Das Stück, das nun daraus geschaffen wurde, ist ein Mix von Monologen, Tanz-Performance und Schattenspiel. Alles in allem spricht das Stück von dem Kapitalismus in Form eines neuen Produktes : Akzeptanz! Akzeptanz soll verkauft werden – ohne Haken und ohne Schwierigkeiten. Die ganze Voraussetzung? Folge den Regeln der Gesellschaft!
Die knapp fünf Wochen, die wir an diesem Stück gearbeitet haben, haben mir sehr gefallen und ich nehme aus dieser Zeit gute Erinnerungen und neue Freunde mit. Also das nächste Mal, wenn du mal einen Nachmittag frei hast, geh doch einfach mal in einen Theaterkurs, die Menschen dort werden sich sicher über dich freuen.